Maximenu CK

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Das Amtsgericht Coburg hat durch Urteil vom 29.03.2012 – Az: 11 C 1548/11 – entschieden, dass auch bei einem Fahrzeug, das zum Unfallzeitpunkt bereits 7 Jahre alt war, der merkantile Minderwert zu ersetzen ist.

Das streitgegenständliche Fahrzeug war zum Unfallzeitpunkt zwar 7 Jahre alt, aber angesichts der geringen Laufleistung von 40.000 km noch in einem Zustand, in dem ein Unfall einen merkantilen Minderwert zur Folge haben kann. Das Amtsgericht Coburg hat den eintretenden merkantilen Minderwert gemäß § 287 BGB unter Heranziehung der Umstände des Einzelfalles aufgrund des Sachverständigengutachtens geschätzt. Das Gericht begründet ausführlich, warum es diese Schätzmethode der schematischen Betrachtung von Ruhkopf/Sahm vorzieht. Der Forderung des Geschädigten auf Ersatz des merkantilen Minderwerts kann der Schädiger nicht die hilfsweise vorgebrachte Aufrechnung der Sachverständigenkosten, auch wenn das Sachverständigengutachten zu dem Ergebnis kam, dass keine Wertminderung eingetreten ist, entgegensetzen. Denn eine Ersatzpflicht des Schädigers gegenüber dem Geschädigten hinsichtlich des Gutachtens existiert auch dann, wenn das Gutachten objektiv ungeeignet ist. Keine Ersatzpflicht besteht nur dann, wenn das Gutachten wegen falscher Angaben des Geschädigten unbrauchbar ist.