Maximenu CK

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Das Landgericht Oldenburg kommt in seinem Urteil vom 01.03.2012 (Geschäftsnummer 1 S 660/11) – in Abänderung des Urteils des Amtsgerichts Cloppenburg vom 23.09.2011 (Geschäftsnummer 21 C 782/10) – zu dem Ergebnis, dass bei einer Kollision zwischen einem Pkw und einem Lkw auch dann, wenn der Unfall kein unabwendbares Ereignis im Sinne des § 17 Abs. 3 StVG darstellt, bei der im Rahmen des § 17 Abs. 1, 2 StVO vorzunehmenden Gewichtung der Verursachungsanteile von einem derartig hohem Verursachungsbeitrag auf Seiten des Lkw-Fahrers auszugehen ist, dass dem gegenüber der durch die Pkw-Fahrerin gesetzte Verursachungsbeitrag an dem Unfall vollständig zurücktritt.

Der Lkw-Fahrer konnte im Moment seines Losfahrens wegen der Höhe der Fahrerkabinen unstreitig einen großen Bereich der vor ihm liegenden Straße und die dort befindlichen Verkehrsteilnehmern nicht erkennen. In diesem Bereich des sog. toten Winkels lag ein Teil des Parkplatzes, den die Pkw-Fahrerin verließ. Der Lkw-Fahrer hielt verkehrswidrig in diesem Fahrbereich, was die Einhaltung besonderer Sorgfaltspflichten begründete. Auf Grund dieser für ihn offensichtlich bekannten Tatsache und des weiterhin unstreitigen Umstands, dass von dem von ihm gefahrenen Lkw eine gegenüber einem Pkw erheblich höhere Betriebsgefahr ausging, hätte er sich vor seinem beabsichtigten Losfahren in jedem Fall vergewissern müssen, dass sich in dem für ihn bei der Fahrt nicht einsehbaren Teil, keine anderen Verkehrsteilnehmer befanden, die gerade den Parkplatz verlassen wollten.